LIVES hat es sich zur Aufgabe gestellt, relevante Anforderungen an zukünftige Verkehrstelematiksysteme im Fahrzeug (In-car devices, abgekürzt ICD) zu erheben. Telematische Informationssysteme stellen zwar Kraftfahrzeuglenker wertvolle Informationen zur Verfügung, stellen aber auf der anderen Seite eine nicht zu unterschätzende Gefahrenquelle dar. ICD müssen einerseits bedient werden (die BenutzerInnen müssen z.B. die Art der Information definieren) und beeinflussen andererseits die Aufnahmefähigkeit der LenkerInnen indem Sie die unterschiedlichen Sinneskanäle (visuell, auditiv, etc.) beanspruchen oder blockieren.

Durch die heute zu Verfügung stehenden Forschungsergebnisse und Studien kann die Darbietung der einzelnen Informationstypen relativ genau optimiert werden. Die große Herausforderung für zukünftige Systeme stellt das Zusammenwirken von verschiedenen Informationstypen dar. Sehr verschiedenartige Informationen (Einparkhilfen, Navigationssysteme, Geschwindigkeitsanpassungssignale, verschiedene Arten von Warnungen und Verkehrsinformationen) strömen gleichzeitig auf die KarftfahrzeuglenkerInnen ein. In Zukunft wird es nicht nur bzw. so sehr darauf ankommen, die einzelnen Informationsdarstellungen zu optimieren, sondern das Zusammenwirken der Informationen so zu gestalten, so dass eine optimale Aufnahme der Information garantiert werden kann und damit positive Effekte für die Verkehrssicherheit erwartet werden können.

LIVES wird durch drei wesentliche Schritte den Weg zu optimierten Informationssystemen für KraftfahrzeuglenkerInnen ebnen: (1) Erhebung von Informationstypen die für LenkerInnen der Zukunft relevant sein werden (2) Definition und Durchführung von empirischen Studien zum Thema „Zusammenwirken von Informationstypen“ (3) Bereitstellung von Handlungsanweisungen für Hersteller von telematischen Informationssystemen und für gesetzgebende Körperschaften, die Normen für derartige Systeme definieren.

Im Mittelpunkt von LIVES stehen die empirischen Studien und die damit eng verbundene Definition einer Testumgebung. Diese Testumgebung ermöglicht es uns verschiedene Primär- und Sekundäraufgaben zu simulieren und die Wechselwirkungen von Informationsaufnahme und Bewältigen der Fahraufgabe der Probanden zu messen.

LIVES ist ein stark interdisziplinäres Projekt. Fachleute auf dem Gebiet der Mensch-Maschine Kommunikation (CURE) kooperieren eng mit VerkehrspychologInnen (Factum) um forschungs- und praxisrelevante Fragestellungen zu definieren und um klar umsetzbare Handlungsanweisungen bereitzustellen.