BORIS setzt sich mit der Thematik der Reiseinformationssysteme (RIS) aus Sicht der Menschen  auseinander, die diese tatsächlich benutzen: den Reisenden oder Benutzern. Die Studie wurde vom unabhängigen Forschungsinstitut CURE im Rahmen von I2 (Intelligente Infrastruktur), einem Programm des BMVIT, durchgeführt.

 Eine Besonderheit der Studie war die Herangehensweise: Der Benutzer (nicht die Technik, nicht die Verkehrsplanung und nicht das Marketing) wurde radikal ins Zentrum der Betrachtungen gestellt.

Die Anwendung von Methoden aus der Human Computer Interaction auf das Gebiet der Verkehrstelematik stellte sich als sehr erfolgreich heraus. Die komplexen Anforderungen eines RIS konnten mit Hilfe dieser Methoden in den Griff bekommen werden.

Eine weitere Besonderheit stellt die Tatsache dar, dass nicht ein einzelnes RIS für einen bestimmten Verkehrsträger betrachtet wurde, sondern dass eine umfassende Gesamtheit von Verkehrsträgern (Auto, Bahn, Fahrrad, Bus etc.) betrachtet wurden.

 Im Rahmen der Studie wurden vier Benutzergruppen ermittelt, die eine Grundlage für die Konzeption von benutzerorientierten RIS darstellen. Die Benutzergruppen wurden mittels Beobachtungen, Interviews und psychologischen Faktoren ermittelt. Die Benutzergruppen sind: Pendler, Geschäftsreisende, Freizeitreisende und Erledigungsreisende. Jede dieser Gruppe hat spezielle Anforderungen an ein RIS. Diese Informationsanforderungen wurden bezüglich der verschiedenen Verkehrsmittel klassifiziert und den ermittelten Benutzergruppen zugeordnet. Es entstanden die Verkehrsinformationsmatrizen, die die Ergebnisse zusammenfassend darstellen.

 Auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der Benutzergruppen und deren Informationsanforderungen wurden Konzepte für benutzerorientierte Reiseinformationssysteme – für das das Akronym BORIS steht – entwickelt.

Diese Konzepte wurden im Feld und im Labor mit Benutzern getestet und in die Studie eingearbeitet. Somit entstand ein evaluiertes Konzept für die Implementierung von multimodalen RIS zur Verfügung. Das Konzept beschränkt sich nicht auf ein Medium, sondern ist prinzipiell für verschiedenste Ausgabegeräte, vom Mobiltelefon über PDAs bis zum Personalcomputer skalierbar.